Business Mediation

oder

Wirtschaftsmediation

Ungelöste Konflikte beeinträchtigen das Betriebsklima, den Umgang miteinander, mindern die Motivation und die Leistungsfähigkeit – mit wirtschaftlichen Folgen.

Ein festgefahrener Konflikt muss gelöst werden, weil

o   der Erfolg eines Projektes gefährdet ist?

o   die Arbeitsmotivation der Beteiligten sinkt?

o   die Gefahren der inneren Kündigungen steigen?

o   hoher Krankeitsstand wegen Ärger und Stress?

o   bisherige disziplinarische Maßnahmen keinen dauerhaften Frieden schaffen?

o   der Konflikt nicht in der Öffentlichkeit ausgetragen soll?

 

Rechtliche Schritte ziehen erhebliche Folgekosten mit unbekanntem Ausgang nach sich. Eine einvernehmliche Lösung kann dauerhaft Zeit und Kosten sparen. Beide Seiten müssten dazu bereit sein, trotz angespannter Situation zusammen nach Lösungen zu suchen.

Ein Mediator unterstützt die Konfliktparteien, ihre Interessen und Bedürfnisse hinter den oft verhärteten Positionen zu klären. Während der Unterstützung erweitert sich der Horizont der Lösungsmöglichkeiten, führt zu Klärung von Beziehungen, verbessert die Konfliktkultur und zu einer nachhaltigen Konfliktbeilegung. Mediatoren sind integer und behandeln Informationen streng vertraulich. Die Konfliktberatung folgt den Grundhaltungen und Prinzipien der Mediation, die professionelle Kommunikationsführung führt Auseinandersetzungen in konstruktive und lösungsorientierte Wege. Durch das Betrachten der Perspektiven verschiedener Akteure entstehen mit hoher Wahrscheinlichkeit realistische Lösungen – die gemeinsam umgesetzt werden können.

Praxisbeispiele:

a)   Blockade im IT-Joint Venture zweier Unternehmen

Termindruck und unterschiedliche Firmenkulturen belasten die Kooperation

Ursprünglich hatten sich der Automobilkonzern und das IT-Unternehmen viel von der Kooperation versprochen. Jetzt läuft fast gar nichts mehr und der bereits öffentlich angekündigte Launch des neuen Produkts ist gefährdet. Die einen klagen über die Nichteinhaltung von Terminen und meinen desillusioniert, ihr Partner sei wohl doch mit einem Projekt dieser Größenordnung überfordert. Die anderen sind verärgert über die ihrer Meinung nach ständigen ungerechtfertigten Zusatz- und Änderungswünsche.

Nachdem der Geschäftsführer der einen Firma die Mediation vorgeschlagen hat, klären wir mit allen Beteiligten telefonisch ihre Bereitschaft ab. Ganztägig treffen sich nun die Projektleiter und ihre für den Rahmen des Joint Ventures zuständigen Vorgesetzten. Es geht um bislang unklare vertragliche Regelungen und Produktspezifikationen, um unterschiedliche Kommunikationsgewohnheiten und Schuldzuweisungen. Wegen hohen Zeitdrucks geht es weiter mit telefonischen Einzelgesprächen und Telefonkonferenzen.

Nachdem wieder etwas Verständnis für die Lage des anderen aufgekommen ist, rettet der Vorschlag, Mitarbeiter über Firmengrenzen hinweg „auszuleihen“, die Terminplanung. Und es keimte Hoffnung auf, doch noch weitere Projekte gemeinsam angehen zu können

b)   Mobbing im Familienunternehmen

Ein traditionsreicher mittelständischer Betrieb lernt aus der Krise

Ein Jahr nachdem seine Stelle durch das Einziehen einer zusätzlichen Hierarchieebene neu geschaffen wurde, sieht sich der neue Bereichsleiter im Kreuzfeuer der Kritik: Beschwerdelisten und anonyme Briefe kursieren im Unternehmen; er wird mehrfach in peinliche Situationen gebracht, bei denen „zufällig“ alle dabei stehen…

Die Unternehmensleitung erstattet wegen eines bestimmten Vorfalls Anzeige gegen Unbekannt und macht deutlich, dass sie kein Mobbing duldet.

Gleichzeitig initiiert sie eine Mediation: In Einzelgesprächen mit dem Betroffenen, dem Vorgesetzten und seinen Mitarbeiter(Innen) werden die Probleme, die hinter den Vorfällen stehen aufgedeckt: Es geht zu weiten Teilen um unklare Kompetenzzuweisungen und um die spezielle Art des neuen Vorgesetzten, sehr schnell eine Vielzahl von neuen Ideen und Neuerungen durchzusetzen. Dies stellt sich für die Mitarbeitenden als „Chaos“ dar.

Ihrem Vorgesetzten werfen sie Arroganz und Machtstreben vor. Gleichzeitig erkennt der Vorgesetzte, dass er bisher zu wenig gewürdigt hat, was der Bereich vor „seiner“ Zeit erreicht hat. Seine kreative „frische Wind“ Strategie war bei den Mitarbeitern als Missachtung ihrer gesamten früheren Leistungen angekommen. In gemeinsamen Sitzungen des Bereichsleiters mit seinen Vorgesetzten, sowie Sitzungen des Teams mit Bereichsleiter werden neue Regelungen gefunden.

In heftigen Mobbing Fällen kommt es zu starken psychischen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen und zu Belastungen für das ganze Unternehmen. Oftmals sind disziplinarische Maßnahmen erforderlich. Dennoch lohnt es sich zu schauen, ob es Gesprächsbereitschaft gibt, um die tieferen Ursachen des Konfliktes zu bearbeiten und Lösungen zu finden, von denen alle profitieren. Dies geschieht oft (zunächst) in Einzelgesprächen mit den Beteiligten und meist auch deren Vorgesetzten.

Selbst dann, wenn Kündigungen nicht vermieden werden können, hilft eine Konfliktberatung, damit sich Mobbingfälle nicht endlos wiederholen.

c)    Ein Dienstleistungsunternehmen und seine „Problemfiliale“

Betriebsrat und Geschäftsführung stoppen die Prozesswelle

In einer Filiale eines bundesweit tätigen Unternehmens häufen sich die Klagen vor dem Arbeitsgericht. Von vertrauensvoller Zusammenarbeit zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung kann schon lange nicht mehr die Rede sein.

Die hinzugerufenen Mediatoren stellen fest, dass die Parteien keinen Handlungsspielraum mehr sehen: „Es bleibt uns ja nichts übrig.“ So landen selbst kleine Differenzen schnell vor Gericht. Erst als die Mediatoren sowohl Konzernleitung als auch Gewerkschaftssekretariat einbeziehen und diese sich deutlich hinter die Mediation stellen, können die Beteiligten vor Ort flexibler sein und sind selbst überrascht.

Ganz nebenbei entwickeln sie dabei Verbesserungsideen, die die Konzernleitung auch für andere Filialen für überlegenswert hält. Die gegenseitig ausgesprochenen Entschuldigungen zwischen Betriebsräten und Filialleiter wollen diese allerdings gegenüber Konzernleitung und Gewerkschaft vertraulich behandelt wissen

d)   Leitung eines Beratungsunternehmens

Die Gesellschafter ordnen ihre Zusammenarbeit neu

Schon immer war ein hohes Maß von Autonomie kennzeichnend für die bundesweit verteilten Standorte eines Beratungsunternehmens gewesen. Jeweils 15 bis 20 Mitarbeiter(Innen) hatten unter Leitung eines Gesellschafters für eine gute Betreuung der lokalen Kunden gesorgt – Unternehmen, die auf eine kontinuierliche und verlässliche Betreuung angewiesen sind.

Nun gibt es Ärger es um den jüngst hinzugekommenen Standort und den dafür zuständigen Gesellschafter: Verlust wichtiger Kundenmandate, Unruhe bei den Mitarbeitern und dann auch bei den anderen Gesellschaftern – vor allem bei demjenigen, der „den Neuen“ auf Grund früherer Kontakte ins Unternehmen geholt hat. Zunächst nur zwischen diesen beiden wird eine Mediation vereinbart.

In Absprache mit den Konfliktparteien beziehen die Mediatoren am Rand der Mediation die Mitarbeiter des krankenden Standortes ein. Deren Erleichterung über den Beginn eines Klärungsprozesses führt zu einer (von allen erhofften) Stärkung ihres schon angeschlagenen Vorgesetzten. Im Mediationsgespräch stellt sich heraus, dass „der Neue“ bislang im Auftritt des Unternehmens praktisch nicht in Erscheinung getreten ist - zum Beispiel war sein Portrait selbst nach einem Jahr immer noch nicht auf der Website - und dass er sich implizit nur wenig zum Handeln befugt sieht.

Der Einigungsvertrag sieht schließlich unter Einschluss aller Gesellschafter vor, dass auch nach außen eine Gleichberechtigung hergestellt wird und dass eine Reihe von Kennwerten nach einem weiteren Halbjahr darüber entscheiden soll, ob man sich trennen wird oder nicht. Sie haben sich dann nicht getrennt.

e)   Spaltet sich der Verband?

Zwei Leitungsgremien diskreditieren sich öffentlich

Die Frage, wie viel Selbständigkeit die teilautonome Unterorganisation des großen politischen Verbandes haben soll, gärt schon seit langem. Nun wurde sie durch Anschuldigungen und Rücktrittsforderungen in Presseinterviews in die Öffentlichkeit hinein getragen.

Nachdem die Mediatoren sich und das Verfahren beiden ehrenamtlichen Leitungsgremien eingehend vorgestellt haben, entscheiden sie diese für die Vermittlung. Zuerst bracht es lange, um einen Schlussstrich unter die gegenseitigen Vorwürfe von Vertrauensmissbrauch zu ziehen. Die Differenzen innerhalb der Parteien machen dies nicht leichter und wir müssen immer mal wieder einzeln mit den Parteien reden.

Schließlich können unter Einbezug der Geschäftsführer Regelungen über Finanzierungsfragen, Stellenprozente und strukturelle Veränderungen getroffen werden. Ein Vertrag wird mit Pressefoto unterschrieben – dabei werden die Mediatoren dann nicht mehr gebraucht.

f)     Kompetenzen am Krankenbett

Chirurgen, Anästhesisten, Pflegende bekriegen sich im Operationssaal

Zeitdruck, Überstunden und unvorhersehbare Notfälle sind im OP in jedem Krankenhaus gang und gäbe. Dazu kommt steigender wirtschaftlicher Druck. Nicht selten endet dies im Streit der verschiedenen Berufsgruppen.

Ein Krankenhaus, das sich damit nicht zufrieden geben will, ruft alle Beteiligten zu einer von Konfliktvermittlern moderierten Aussprache zusammen. Vorangegangen waren einige Sitzungen mit den einzelnen Berufsgruppen und Chefärzten, um Vertrauen zu schaffen. In großer Runde wird schnell klar, wo der Schuh drückt und eine positive Zukunftsvision wird entworfen.

In gemischten Arbeitsgruppen kann man sich detaillierter austauschen und es werden Regelungsvorschläge für die verschiedenen Unterthemen erarbeitet.

g)   Führung und Leitung im Lehrerkollegium

Vom Konflikt zur Teamentwicklung

Lehrer sind vielfach Einzelkämpfer. Viele leiden darunter. Eltern und Schüler aber auch in der breiten Öffentlichkeit ereifern sich gerne über sie. An einer großen Schule mit mehreren hundert Lehrern hat sich eine Abteilung zu einem innovativen Unterrichtskonzept entschlossen, das viel Teamarbeit verlangt. Der Teamleiter fühlt sich jedoch nicht in seiner Rolle akzeptiert. Das Team wirft ihm abwechselnd Führungsschwäche und Willkür vor.

Bei der gemeinsamen Mediationssitzung werden unterschiedliche Erwartungen aneinander und speziell an die Leitung erörtert. Dann stellt sich heraus, dass eine „alte Geschichte“, die nur zwei der Beteiligten betrifft, stark mit hineinspielt.

Diese wird in einer separaten Mediation mit den beiden bearbeitet. Danach geht es mit einer Teamentwicklung weiter, bei der Fragen wie Informationsfluss, Feedback-Kultur und Kommunikation geklärt werden.

h)   Die Nachtruhe und der Jugendtreffpunkt

Junge Nutzer eines öffentlichen Platzes, Anwohner und Gewerbetreibende einigen sich

Der schöne Platz inmitten einer Kleinstadt wird in letzter Zeit immer häufiger von jungen Menschen besucht. Natürlich auch Nachts. Anwohner beschweren sich über Müll, Zerstörungen, Musik und Lärm. Eine Wirtin sieht sich vom Entzug der Konzession bedroht. Die Stadt sieht ihre Hände gebunden und finanziert schließlich die Mediation.

In zwei öffentlichen Veranstaltungen wird um die Zustimmung der Beteiligen Menschen zur Konfliktvermittlung gerungen. Die jeweiligen Gruppen ernennen Vertreterinnen die in sechs Mediationssitzungen eine Lösung erarbeiten: Anwohner rufen statt Polizei die Wirtin an, die dann Leute zu den Jugendlichen rausschickt, um Ruhe zu schaffen.

Davon profitieren alle: Es wird schneller leise, den Kids bleibt die Polizei erspart und die Wirtin kann als Lösung und nicht Ursache der Probleme fungieren. Außerdem gibt’s von der Stadt ein Toilettenhäuschen und zusätzliche Schichten der Müllabfuhr an bestimmten Tagen.

Konfliktkostenberatung

Wissen Sie, wie hoch die Kosten sind, die Ihnen durch ungelöste Konflikte entstehen?

Haben Sie sich schon einmal überlegt, was erhöhter Krankenstand, Mitarbeiter- und Kundenfluktuation, verzögerte Projektprozesse ... Ihr Unternehmen kosten?

Fragen Sie sich, wie Sie diese Kosten senken können?

Demnach sind Kosten, die durch Konflikte entstehen, für Unternehmen häufig nur schwer zu beziffern, gleichzeitig können sie sehr hoch sein. Am teuersten sind laut Umfrage gescheiterte und verschleppte Projekte: von 50.000 Euro bis sogar über 500.000 Euro sind hierbei die Angaben.  

In Auszügen entnommen aus:

http://www.inmedio.de/sub-konfliktnational/konfliktkosten.php

Ausführliche Informationen in http://www.academy-dr-roos.de